Miteinander für Europa – Bericht über das Treffen des Nationalen Koordinationsteams und den Mitarbeitertag in Würzburg


Miteinander für Europa

Bericht über das Treffen des Nationalen Koordinationsteams und den Mitarbeitertag in Würzburg

Am 8.12.2017 fand bei Schönstatt in Würzburg das Treffen des Nationalen Koordinationsteams statt. Schwerpunkte waren die Vorbereitung des Mitarbeitertags am 9.12.2017 beim CVJM in Würzburg und die Rückschau auf das internationale Treffen in Wien. Schwerpunkt des Treffens in Wien war die Begegnung mit Gemeinschaften und Kirche aus Osteuropa. Die stärkere Einbindung von Mittel- und Osteuropa ist ein wesentliches Ziel für die kommenden Jahre und auch aus diesem Grund wird das internationale Treffen im kommenden Jahr in Prag stattfinden.

Beim Mitarbeitertag konnte Gerhard Pross über 100 Teilnehmer begrüßen. Am Vormittag wurden die Früchte der bisherigen Arbeit aufgezeigt und im Anschluss daran wurden die Ergebnisse des Treffens in Wien vorgestellt. Ein wichtiges Ergebnis war eine Darstellung der Kultur des Miteinanders wie sie unten zu lesen ist.

Am Nachmittag fand ein Austausch in kleinen, örtlich zusammengehörigen Gruppen statt. Das Ziel bestand darin die Aktivitäten vor Ort zu besprechen und zu planen.

Mit der Erneuerung des gegenseitigen Bündnisses der Liebe ging der Mitarbeitertag zu Ende.

Bericht Josef Vilsmeier


Eine Kultur des Miteinanders in Europa


Wir sagen Ja zu einem Europa

  1. der Versöhnung.

Aus dem Wunder der Versöhnung nach der Katastrophe der Weltkriege ist ein neues Europa entstanden. Die Kraft der Versöhnung, die wir aus dem christlichen Glauben empfangen, ermöglicht eine Heilung der geschichtlichen Wunden und ein versöhntes Miteinander der Verschiedenartigen.

 

  1. der Einheit in Vielfalt

Wir erkennen die Vielfalt als Reichtum. Vielfalt und Unterschiedlichkeit sind gleich
ursprünglich. Beides gilt es in einer guten Balance zu halten. Vielfalt und Einheit leben unter uns.
Wir freuen uns über den Anderen und seine Charismen. Im MfE wirken die Charismen
zusammen für die Einheit in Vielfalt. Dieses Zusammenwirken der Charismen dient der Einheit
des Volkes Gottes und der Einheit Europas. Wir treten für einen föderalen Organismus in Europa ein. Mit Respekt und Wertschätzung begegnen wir verschiedene Hintergründe und Perspektiven.

Diese Vielfalt in versöhnter Einheit ist unsere Hoffnung für und unsere Botschaft an Europa.

 

  1. der Begegnung, des Dialogs und des Friedens

Aus der Begegnung wächst das gegenseitige Verstehen. Dies ist eine unserer Grunderfahrungen im „Miteinander für Europa“. Wir suchen den Dialog mit allen. Wir sagen Ja zu einem Europa, das den Dialog sucht und den Weg des Aushandelns der verschiedenen Interessen wählt.

Der Prozess der Einigung Europas und damit auch der EU bescherte uns 70 Jahre Frieden. Wer das Nationale zu stark betont, wird die nationalistischen Ungeister rufen und Europa in die Zerstörung führen. Wer das Nationale verleugnet, verleugnet die Vielfalt und macht die Entstehung einer europäischen Gemeinschaft unmöglich. Unser Ja zu Europa und zur EU gilt trotz mancher berechtigter Kritik.

Wir setzen uns ein für die Begegnung und machen Mut zum offenen politischen Dialog für ein Europa, das in Frieden miteinander lebt.

 

  1. der Barmherzigkeit und der Menschlichkeit

Der christliche Glaube hat die Geschichte Europas geprägt. Es ist ein weltoffener Glaube.
Menschlichkeit und Barmherzigkeit gehen von dem gekreuzigten und verlassenen Jesus Christus aus und prägen den Kontinent. Sie zeigt sich im unbedingten Ja zum Leben, im Ja zur Ehe und Familie – Familie ist das Bild für das Zusammenleben in Geschwisterlichkeit, nach der sich Europa sehnt! Sie zeigt sich im ja zum Armen und Bedürftigen – die Armen sollen in die Mitte genommen werden – sie sind in der Mitte. Die Seele Europas wurzelt u.E. wesentlich im jüdisch-christlichen Glauben. Europa ist mehr als der Euro, mehr als Marktwirtschaft. Deshalb setzten wir uns dafür ein, ein Europa auf der Grundlage des christlichen Glaubens zu bauen, bei aller Offenheit und Toleranz für anders Denkende und Glaubende. So stärken wir die Seele Europas.

 

  1. Wir sagen ja zu einem Europa, dem Gott im Laufe der Geschichte eine Berufung anvertraut hat: das Miteinander von Himmel und Erde, das Miteinander von Glaube und Weltgestaltung, denn im Gekreuzigten begegnen sich Himmel und Erde. In diesem Auftrag für Europa erkennen wir auch eine Verantwortung für Afrika und den Nahen Osten.

Gerhard Pross, Dezember 2017