Bericht zur CAD Vollversammlung vom 06. – 09. Juli 2017 im Benediktinerkloster Nütschau bei Hamburg


Die CAD Vollversammlung stand unter dem Thema „Kirche der Zukunft“ und fand in der wunderschönen Anlage des Klosters Nütschau statt.

  • Besonderer Höhepunkt waren hierbei die Vesper mit Eucharistiefeier und die anschließende Begegnung mit Erzbischof Dr. Heße aus Hamburg in der Cursillorunde.
  • Ein weiterer Schwerpunkt, welcher von Pfarrer Wolfgang Gramer vorgestellt wurde war das Thema „Hat in der Kirche der Zukunft das erweiterte Lobinger Modell seinen Platz“ mit anschließender Gruppenarbeit und Diskussion.
  • Die vier Lübecker Märtyrer Hermann Lange, Eduard Müller, Johannes Prassek und Karl Friedrich Stellbrink begleiteten uns durch die Tage des CAD  mit einem abschließenden Besuch der Gedenkstätte und einer Führung durch die Lübecker Altstadt, beides ausgearbeitet durch das Hamburger Cursillo Mitarbeiterteam.
  • Abgerundet wurde die Tagung mit der Vorstellung der Klosterarbeit der Benediktiner durch Pater Willibrord.
  • Ein besonderes Gemeinschaftserlebnis waren die Gottesdienste und am Samstag der Hamburger Abend.
  • Bei den Berichten aus den Bistümern wurde mit großem Interesse die durch das Cursillo MA -Team erstmalig geplante Vorbereitungswoche für die Firmlinge in Essen vom 15. – 17. September als große Chance für die Öffnung des Cursillo für Jüngere gesehen .
  • Michael Kettling stellte die neue Cursillo Homepage vor. Impulse und Zeugnisse können zur Veröffentlichung an das CAD-Sekretariat gesandt werden, wenn die Genehmigung der Ersteller vorliegt.

nuetschau_7

Im Kloster Nütschau wurden wir bei der Ankunft aufs herzlichste vom Mitarbeiterteam aus Hamburg empfangen. Auch ich konnte als Neuling in der Runde sofort den Gemeinschaftsgeist und die innere Verbundenheit spüren. Obwohl wir uns noch nie gesehen hatten, war eine Gemeinschaft vorhanden, die nur durch den Geist Gottes zu erklären ist.

nuetschau_1Um 17:30 Uhr eröffneten die feierliche Vesper mit der Benediktiner-Gemeinschaft und die Eucharistiefeier durch Erzbischof Dr. Heße das CAD-Treffen. Nach dem gemeinsamen Abendessen fand das Treffen mit Dr. Heße zum Thema „Kirche der Zukunft“ in der Erzdiözese Hamburg statt. In dem sehr offenen und vertrauensvollen Gespräch erläuterte er die Situation und die Probleme in der Diaspora-Flächendiözese Hamburg mit ihren extremen Entfernungen, der geringen Anzahl an Katholiken und deren schwierigen Arbeitsbedingungen für die Priester.
Besonders blieb mir im Gedächtnis,

  • 
dass der Erzbischof viel Zeit dafür verwendet, um die Leute vor Ort zu besuchen um sich ein Bild von
  deren Problemen zu machen.
  • dass viele wünschenswerte Projekte aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden können und
  auch zukünftig leider der Rotstift angesetzt werden muss.
  • dass auch Dr. Heße kein Patentrezept für die Kirche der Zukunft geben kann; er sagte aber, die
  Zukunft liegt in der Hand der Gläubigen selbst, in kleinen Gemeinden und Gebetsgruppen muss
  Kirche wieder wachsen.

Einen Vorteil für die Erzdiözese sieht der Erzbischof allerdings in dem geringen Vermögen (Gebäude, Kunstschätze etc.), durch welches die Zukunft wesentlich freier gestaltet werden kann als in anderen Diözesen.
Abschließend bedankte sich der Erzbischof noch bei den vielen christlichen, gemeinnützigen Gruppierungen, die sich der Armen und Bedürftigen im Erzbistum annehmen.

 

nuetschau_2

 

Der 2. Tag begann mit den Ausführungen von Pater Willibrord zum Kloster Nütschau. 1951 wurde der Landsitz von den Benediktinern für die Aufnahme der vielen Flüchtlinge erworben. Durch einen Umbau und mehrere Erweiterungen entstand daraus später ein Bildungs- und Jugendzentrum, das sich bis heute durch ihr breites Angebot einer großen Beliebtheit erfreut.
Nach der Kirche der Zukunft gefragt, führte er aus, dass es besonders wichtig sei, über den Glauben zu sprechen, danach zu leben und diesen in kleinen Gruppen weiterzutragen.

Für Benediktiner sind folgende Punkte besonders wichtig:

  • das Gebet in der Stille
  • es ist die Beziehungspflege zu Gott, und ist vergleichbar mit einem Scheit, welches man in die Glut 
  legt.
  • die Treue zur Gemeinschaft,
  • Liebe lernen und
  • geduldig sein.nuetschau_4

Pfarrer Wolfgang Gramer stellte zur Gemeindeleitung das Lobinger Modell „Kirche mit Zukunft“ vor, das durch die Pfarrerinitiative Rottenburg AGR unterstützt wird.
Das Konzept befasst sich mit der Neuordnung der Seelsorgeeinheiten und der Überforderung von Priestern und Laien. Diese Überforderung führt zu fehlender Zeit im Bereich der Seelsorge und zum „Ausbluten“ der kleinen Gemeinden.
Kernthema ist, jede Gemeinde soll sich zusammensetzen und fragen, was ihr wichtig ist, um als Gemeinschaft des Glaubens in unserer heutigen Welt wirksam zu werden. Die Umsetzbarkeit wurde anschließend in der Gruppenarbeit diskutiert, wobei hier noch viele Fragen offen sind.
Mit der Eigenverantwortung für unseren Glauben und der starken Einbindung der Laien sind viele Elemente, die uns im Cursillo wichtig sind, im Konzept enthalten.

Dies zeigt sich sehr deutlich im folgenden Zitat: „In jeder Gemeinde von Christen – und sei sie noch so klein – ist der Geist Gottes präsent und wartet darauf, wirken zu können. Dazu braucht es Gebet, Reflexion und Austausch.“
Die vier Märtyrer aus Lübeck begleiteten uns durch die Tage in Nütschau. Ihr Leben, Wirken und ihre christliche Glaubensfestigkeit wurden im Vortrag, im Film und an der Gedenkstätte sehr deutlich und man konnte an ihrem Beispiel gelebte Ökumene wahrhaftig kennenlernen. Besonders ergreifend waren die Zitate aus den Abschiedsbriefen so z.B.  im Abschiedsbrief von Eduard Müller an seinen Bischof, in dem er die Freude darüber ausdrückte, dass er Priester sein durfte. Die Märtyrer starben für ihre Überzeugung im Glauben an Jesus Christus und legten dadurch ein unbeschreibliches Zeugnis von ihrem Glauben ab.
Ich selbst habe es als Aufruf an mich und alle Cursillistas verstanden, mutig Zeugnis für den eigenen Glauben abzulegen und über den Glauben zu reden.

nuetschau_5

In der Abschlussrunde wurden von den Teilnehmern noch folgende Themen angesprochen:

  • Alle sollen Überlegungen zur Zukunft der Kirche anstellen, aktiv in der Gestaltung mitarbeiten und mutige Vorschläge machen.
  • Wie kann Cursillo ohne Priester überleben?
  • Pfarrer Oskar Rauchfuß hob die Bedeutung der christlichen Gespräche und Gesprächskreise hervor, um ein christliches Klima zu schaffen.
  • Auch beim Cursillo ist das Versorgungsdenken ein Thema. Ebenso muss hier die Eigenverantwortung der Cursillistas noch mehr in den Vordergrund rücken.
  • Mehr über den Glauben reden und Glaubenszeugnis ablegen
  • Michael Kuzcera, Sprecher des Koordinationsteams, bedankt sich beim Cursillo Hamburg für die hervorragende Organisation.

Nach den Tagen in Nütschau ist mein seelischer Akku wieder voll.

Ich möchte mich zum Schluss, beim Team der Cursillo MA aus Hamburg um Dorit Schmigalle herzlichst für die Ausrichtung und Gestaltung der CAD Vollversammlung bedanken. Ein herzliches Vergelt´s Gott und ich freue mich auf ein Wiedersehn.

Nicht zuletzt auch ein herzliches Vergelt’s Gott an das Cursillo Koordinationsteam für ihre aufopferungsvolle Arbeit.

Euer Hans Goldbrunner

nuetschau_6