Pilgerreise zur Fünften Weltultreya in Fatima


Die Cursillo-Bewegung hat ihre V. Weltultreya – ein großes Fest – in Fatima gefeiert.

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Als Portugal 2013 das Weltsekretariat (OMCC) übernommen hat, haben sie sich die Ausrichtung der V. Weltultreya vorgenommen. Das 100jährige Jubiläum der Erscheinung der Gottesmutter von 1917 mit ihrem Aufruf zum Gebet für den Frieden und für die Bekehrung der Menschen ist ein wunderbarer Anlass für eine Weltultreya.
Die Ultreya stand unter dem Motto: „Die Weltcursillobewegung und die Evangelisation

Wir – eine Gruppe von 42 Cursillistas – aus Deutschland, Österreich und Holland wurden mit großer Herzlichkeit und bester Verpflegung bei den Kapuzinern in Fatima aufgenommen. Unter uns war auch eine koreanische Cursillo-Gruppe aus Köln.

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Den ersten Tag haben wir mit dem gegenseitigen Kennenlernen und mit dem Austausch über unsere Beweggründe und Erwartungen an die Tage in Fatima begonnen. Viele persönliche Zeugnisse legten  dabei den Grundstein für zahlreiche Gespräche in den folgenden Tagen.
v_ultreya_8Unter der Führung von Manuel – einem portugiesischen Cursillista – machten wir einen kleinen Spaziergang durch Fatima. Wir hatten Gelegenheit die Gemeinschaft der Kleinen Schwestern des Charles de Foucauld in ihrer einfachen Niederlassung in Fatima mit ihrem wunderschönen bunten Garten zu besuchen. Und wir konnten anschließend typisch portugiesische Küche geniessen.

Ein Film über die Seherkinder und die Ereignisse um die Erscheinungen von 1917 hat uns zu den Ursprüngen des Wallfahrtsortes Fatima geführt.
Die Messe zur Feier des 100. Geburtstags von Eduardo Bonnin und die abendliche Lichterprozession haben den Tag abgeschlossen.
Am Freitag startete das Hauptprogramm im Pastoralzentrum Pauls des VI. Das Forum füllte sich mit tausenden von Cursillistas – ein buntes und lebendiges Bild – zum Morgengebet in vielen Sprachen der Welt.

Der Vormittag war dann vor allem dem Seligsprechungsprozess von Euardo Bonnin und Sebastian Gaya, zweier v_ultreya_6Gründerpersönlichkeiten des Cursillo, gewidmet. Die lange Pause nutzten wir zu einer Wanderung zum Geburtsort der Seherkinder. Durch einen wunderschönen Olivenhain führt der Kreuzweg, den wir betend und mit Liedern bis zu einer großen Kreuzigungsgruppe und einer 15. Station „Auferstehung“ gingen.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen des charismatischen Wirkens von Eudardo Bonnin auf allen 5 Kontinenten und der Ausbreitung der Cursillobewegung sowie des Lebens von Sebastian Gaya – ein Leben in Demut. Einige enge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berichteten und gaben Zeugnis von ihren Begegnungen und Erlebnissen mit den beiden Gründern.
An der Erscheinungskapelle wurde der Tag mit einer Cursillomesse und mit der nächtlichen Lichterprozession abgeschlossen.
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Der Samstag Vormittag war geprägt von einer Konferenz mit Fragen, Berichten und Stellungnahmen zu den Cursillo-Pionieren Eduardo Bonnin, Bischof Hervas, Sebastian Gaya und Juan Capo.
Bei herrlichem Wetter traten auf den Freiflächen verschiedene portugiesische Folkloregruppen auf, die von den Cursilistas umlagert wurden.
In der Erscheinungskapelle wurde mit einer feierlichen Andacht die Weltcursillobewegung der Muttergottes geweiht.

Am späten Nachmittag wurde die Ultreya durch das Weltsekretariat eröffnet. An die 9000 Cursillistas aus aller Welt waren in der großen Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit versammelt, um Dank zu sagen, zu feiern und sich neu ermutigen zu lassen. Als Rückblick auf den Weg der Cursillo-Bewegung haben einige frühere PräsidentInnen des Weltsekretariats ihre Erlebnisse und Erfahrungen geschildert.
Der geistliche Beirat des Weltsekretariats hat eine Betrachtung zu „Aufgabe der Cursillobewegung  – die Evangelisierung der Milieus“ gehalten. Ein Kerngedanke daraus: In allen unseren Aktionen zur Evangelisierung ist es wichtig den Weg der echten Freundschaft zu gehen. Nur so können wir eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen und unseren „Schatz“ des Glaubens und das große Geheimnis unseres Glücks – Jesus Christus – mitteilen.
Juan Ruiz (Vorsitzender des OMCC 2006 – 2009) hat in seinem Impuls über „Freundschaft, Vertrauen und die Fernstehenden“ noch einmal betont, wie wichtig für ihn Vertrauen für die Erfahrung von echter Freundschaft ist: „Dieses Vertrauen auf uns selbst, auf Gott und auf den Nächsten ist es, was mir die notwendige Kraft gegeben hat, um meine Herausforderungen anzunehmen, sie zu meistern und zu meinem tiefsten Wunsch vorzudringen, echte Freundschaften zu schließen. Die ersehnten und lange Zeit gesuchten Freunde für immer zu finden“.  Fernstehend, sagt er, sind alle, die die Schönheit christlichen Seins nicht kennen, weil sie schlecht oder gar nicht informiert sind. Er ermuntert uns: „Wenn es uns gelingt, diese Menschen zu verstehen oder besser gesagt, zu lieben wie Gott sie liebt, so wie sie sind und nicht so wie wir sie haben wollten, wenn man sie respektiert, schätzt und ihnen zuhört, kommt man zu der Überzeugung, dass sie dort wo sie leben, an ihrem Standort, in ihrer Familie, ihren Milieus wachsen und Frucht bringen sollen.“
Zum Abschluss der Ultreya sprach Kardinal Stanislaw Rylko (bis 2016 Präsident des päpstlichen Laienrates).
Höhepunkt des Abends war die gemeinsame Eucharistiefeier.

Am Sonntag Vormittag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die große Abschlussmesse auf der Freifläche im Heiligen Bezirk feiern und wurden bestärkt und beschenkt wieder in unsere Heimat gesandt.

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Was ist uns besonders in Erinnerung geblieben?
Wir haben in unserer Gruppe neue Freunde kennengelernt, neue Kontakte geknüpft, anregende und teilweise intensive Gespräche geführt, miteinander gebetet und gesungen und viel Fröhlichkeit erlebt. Die gemeinsame Erfahrung verbindet über die Ländergrenzen hinweg.

 

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Beeindruckend an den großen Treffen war:
die große Zahl und die bunte Vielfalt der Teilnehmer aus allen Erdteilen; die spontane Herzlichkeit bei den kurzen Begegnungen mit Menschen aus allen möglichen Ländern; die Präsenz von bunten Schals, Fahnen und Gewändern überall in Fatima; Sprachunterschiede können überwunden werden; eine fröhliche, entspannte und herzliche Atmosphäre überall, wo man sich als Cursillistas begegnet ist; Gruppen von singenden und lachenden Menschen; die spürbare Atmosphäre von Gebet und Anbetung im heiligen Bezirk und an den verschiedenen Gebetsorten.
Es ist ermutigend zu erleben, dass Cursillo weltweit lebendig ist und weiterwächst und Antworten auf die existentiellen Fragen der Menschen geben kann. Gehen wir mit neuem Mut an unsere Aufgaben.
Ein herzliches Dankeschön an die Freunde aus Portugal, die das Treffen mit viel Liebe und Einsatz geplant und durchgeführt haben!
Decolores!

Toni und Claudia Wölfl

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