Aufruf von Marc Frings


Liebe Schwestern und Brüder im Cursillo und anderswo,

dem folgenden Aufruf von Marc Frings, ZdK, vom 31. März.2020

möchten wir uns nachdrücklich anschließen:

  

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach der Corona-Krise wird nichts mehr so sein, wie es vorher einmal war. So etwas höre und lese ich oft. Und wenn ich die vielen Zeichen tätiger Nachbarschaftshilfe in meinem Kiez sehe, so denke ich: „Na, hoffentlich!“ 

Und auch für unsere Kirche sehe ich trotz oder gerade durch die Blockierung des liturgischen Lebens eine Chance. Nämlich die, eine vereinseitigte Sichtweise von Kirche zu überwinden. Wenn wir uns bewusstmachen, dass wir als Laien durch die Taufe gesandt sind, Kirche zu sein und ihren Auftrag zu erfüllen; wenn wir unseren Alltag als tägliche Gelegenheit nutzen, um unsere kirchliche Sendung zu leben, dann beweisen wir, dass Gott seiner Kirche den Weg weist, auch durch diese Zeit.

Die aktuelle Situation möchte ich auch als Aufruf an die akademische Theologie sehen: Das Wirken der Laien entspricht genauso der kirchlichen Sendung wie die Tätigkeit derjenigen, welche durch das Weihesakrament am dreifachen Amt Christi Anteil haben. Die Corona-Krise könnte in diesem Sinn etwas Positives bewirken. Eben, wenn endlich konkrete Formen des Laiendienstes entwickelt, vermittelt und umgesetzt würden. Bisher ist das nur in Teilen der Kirche umgesetzt worden. Wir alle, Laien, Hirten und Theologen sind hierbei gleichermaßen gefordert.

„Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling“, stellte Vincent van Gogh fest. Freuen wir uns also an den sichtbaren Zeichen des Aufbruchs in der Natur und am täglich wachsenden Engagement der Laien in diesem Frühling.

Und wer weiß, ob diese Form der (online-)Beratung nicht auch Corona überleben wird.

Ihr und Euer  Marc Frings