Bericht vom Katholikentag in Münster


Von Mittwoch, 9. Mai bis Sonntag, 13. Mai 2018 fand der 101. Deutsche Katholikentag in Münster statt. Auch wir, zwei Cursillo-Mitarbeiter, Johannes und Maria, haben es uns nicht nehmen lassen teilzunehmen. Am Mittwoch früh fuhren wir mit der Bahn nach Münster. Dort teilten wir uns auf, Johannes fuhr zu unserem Quartier, der Erna-de-Vries-Schule, um einen guten Platz zum Schlafen zu reservieren, Maria zur Kirchentagsmeile, um beim Aufbau des Stands helfen zu können. Allerdings waren die anderen Cursillo-Mitarbeiter Anna, Alfred, Birgit, Claudia, Hildegard, Karola, Michael und Michael, Pilar, Silvia, Toni (ich hoffe, hier niemanden vergessen zu haben) schneller und haben die bunte Vorhangwand und die Transparente mit den Fotos, Statements und Namen vieler Cursillo-Mitarbeiter aufgehängt und den Stand mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Einige von ihnen haben eine Cursillo-WG in einer Münsteraner Ferienwohnung in Laufentfernung aufgemacht und zur unkomplizierten Kommunikation eine WhatsApp-Gruppe gebildet.

Nachdem wir (Johannes und Maria) uns in einem Klassenzimmer häuslich eingerichtet hatten, war es Zeit, zur Eröffnung des Katholikentages zum Domplatz zu kommen. Der Abend der Begegnung in der Innenstadt von Münster war gut besucht.

Am Fest Christi Himmelfahrt war das Wetter merklich schlechter geworden, aber der Himmel hielt am Vormittag dicht, so dass wir den Open-Air-Gottesdienst auf dem Schlossplatz trocken feiern konnten. Am Nachmittag wurden die Wolken noch mehr und es regnete. Da hatten wir es leicht, die Besucher der Kirchenmeile in unser Zelt zu bitten und zusätzlich zum Gespräch einen trockenen Platz und Kaffee anzubieten.

Hingucker am Stand waren zwei Transparente mit den Fotos, Statements und Namen vieler Cursillo-Mitarbeiter. Maria im Original und auf dem Bild mit „Wer singt, betet doppelt.“ (Augustinus)

Nach unserer „Schicht“ am Stand gingen wir zu einem Workshop „Judentum ist auch Musik“, wo wir Niggunim (Melodien mit sinnfreien Silben oder Bibelversen, die sich gut zum Einsingen eignen) und jiddische Lieder singen lernten. Unser Programm mit Bezug zum Judentum setzte sich am Samstag fort, als wir die Bibelarbeit von Frau Prof. Dr Susanne Sandherr (bekannt als Autorin im MAGNIFICAT) und Rabbiner Dr. Edward van Voolen über den Abschnitt Jes 52, 1 – 12 hörten. Die ganz eigene Übersetzung des Rabbiners von Adonai nicht als „Herr“, sondern als „Ewiger“ und Charakterisierung der Bezeichnung für Gott „Elohim“ (betont Macht und Gerechtigkeit) und der Anrede „Adonai“ (mit Schwerpunkt Liebe und Beziehung) eröffnete uns eine neue Sicht, die auch den Jesaja-Text in ein neues Licht stellt.

Auf dem Weg zum Cursillo-Stand trafen wir den Papst, mit dem wir uns auch gern fotografieren ließen.

Am Nachmittag zogen wir gemeinsam mit vielen Cursillo-Freunden zur Adventskirche im Kreuzviertel, wo wir mit allen, die dorthin gefunden hatten, Eucharistie feierten unter „Leitung“ von Wolfgang Gramer. Musikalisch begleitet wurden wir von zwei begnadeten Gitarristen. Obwohl – oder weil – wir improvisieren mussten, wurde dieser Gottesdienst eine lebendige Feier – ein Erlebnis des Cursillo.

Obwohl das Wetter immer besser wurde, kaufte ich auf dem samstäglichen Wochenmarkt spontan eine cursillo-bunte Jacke, bevor wir zum Orgelkonzert in den Dom St. Paulus gingen. Am Samstag nachmittag waren wir am Cursillo-Stand auf der Kirchenmeile zu Gesprächen bereit. Neben vielen neuen trafen wir dort auch auf einige bekannte Gesichter (aus unserer Gemeinde in Buchholz) und hatten viel Freude an unserer „Arbeit“, bis wir am Abend den Stand abgebaut und in handliches Format zum Einladen in die Autos von Michael und Alfred verpackt hatten. Als Dankeschön und Abschluss ging’s zum Essen in ein griechisches Restaurant. Dort verabredeten wir uns mit Uta und Michael für den Sonntag, die ihr Auto bei unserem Quartier parkten und unserem Gepäck während des Hauptgottesdienstes Unterschlupf gewährten.

Nach dem Gottesdienst und Gepäck abholen erreichten wir bei schwüler Hitze erschöpft nach vier Nächten mit mäßig erholsamen Schlaf, aber bereichert mit vielen Eindrücken und Erlebnissen den Hauptbahnhof Münster, wo auf unseren Zug warteten. Erst als wir im Zug aus Münster hinausfuhren, regnete sich der dunkel gewordene Himmel aus, während wir trocken nach Hause kamen.

Maria und Johannes