Cursillo Mitarbeiterforum 2019


Cursillo Mitarbeiterforum 2019 – Hünfeld 17.-20. Januar 2019

Cursillo ohne Priester“ so war die Einladung zum diesjährigen Forum aller Mitarbeiter im Cursillo Deutschland überschrieben.

Unglücklich formuliert? Oder genau richtig, weil es den Cursillo-Nerv vieler der 38 Teilnehmer traf?

Es brauchte etwas Zeit, bis Einklang darüber bestand, dass nicht eine provokative Idee des Koordinationsteams, sondern die Not, ja der Mangel an dauerhaft und verantwortlich mitgehenden Priestern in manchen Diözesen unseres Landes, die Auseinandersetzung mit diesem Thema erforderlich macht.

Es war ein Ringen, aber besonders ein gutes und geschwisterliches Beleuchten der Aufgaben und Dienste der Priester im Glaubenskurs Cursillo, das diese Tage fruchtbar machten. Wie kann das Charisma des Cursillo, das geschwisterliche Kirche zu einem wesentlichen Teil durch das Miteinander erfahrbar macht, erhalten bleiben, wenn kein Priester Zeit findet, die ganzen drei Tage mitzugehen?

Wie können welche Dienste durch alle Mitarbeitenden aufgefangen werden? Wie können die so wichtigen Sakramente der Eucharistie und Versöhnung Bestandteil bleiben?

Zu Beginn wurde schnell deutlich, dass ein Kurs nicht abgesagt werden soll, wenn ein Priester ausnahmsweise nicht zur Verfügung stehen sollte. Alles Weitere wurde bestimmt durch: „er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater … (Offb 1,6).

Es gibt Ansatzpunkte und Möglichkeiten, die uns offen stehen ganz im Einklang mit der Lehre Jesu und unserer Katholischen Kirche. Das braucht noch etwas Zeit und vor allem ein verstärktes und vertieftes Engagement, um fruchtbar werden zu können. Da braucht der Cursillo Erneuerung, um im Heute anzukommen. Dieser Herausforderung wollen wir uns stellen, damit auch weiterhin durch den Cursillo Christsein erfahrbar bleibt und viele Menschen zu Gott finden können.

Die Diskussionslinien wiesen eine erstaunliche Bandbreite auf. Auf der einen Seite gab es noch festgelegte Priestergespräche und ein Theologiestudium wurde als nötig erachtet über bestimmte Themen zu sprechen. Andererseits wurde die strikte Zuweisung von Priestergesprächen als nicht mehr zeitgemäß angesehen und der Vorteil herausgearbeitet, dass bestimmte Themen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können.

Ähnlich kontrovers, aber stets freundlich, wurde über die sakramentalen Handlungen und deren Verfügbarkeit gesprochen. Das reichte ebenfalls von „darf die das?“ bis „ich spürte aber nichts dabei!“ Deswegen bekamen alternative Gottesdienstformen und Versöhnungsfeiern eine größere Bedeutung im weiteren Verlauf.

Insofern sehen wir uns alle aufgefordert, Zeit in die Bildung zu investieren, um jeden von uns, ob Priester oder nicht, in die Lage zu versetzen, an jeder Stelle des Kurses eingesetzt zu werden.

Nicht unterschätzt werden sollte die Rolle des Priesters als Seelsorger der Mitarbeiterrunde innerhalb und außerhalb des Kurses. Deshalb wurde es immer als bedauerlich angesehen, wenn ausnahmsweise kein Priester zur Verfügung stehen sollte.

An dieser Stelle gilt es nun Danke zu sagen allen Mitarbeitern, die sich den aufgeworfenen Fragen in Hünfeld gestellt haben. Engagiert aber nicht aufgeregt, nicht um den Brei herumredend, sondern stets konkret war das Miteinander.

So segne Gott euch und uns alle, dass wir gute Wege finden, das Werk Christi im Cursillo weiterhin zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes fortführen zu können.

De Colores

Das Koordinationsteam:
Birgit Geier
Michael Kuczera
Anna und Michael Kettling
Toni Wölfl
Wolfgang Gramer
Alfred Zschau