Bericht von der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD) am 3. Juli 2021


Im Internet fanden sich 122 Delegierte zu einer Konferenz der verschiedensten katholischen Arbeitsgemeinschaften zusammen. Gesichter, die ich nicht kannte und Abkürzungen, die mir nicht geläufig waren. Auch die Frage nach Verbandsarbeit musste ich verneinen – oder ist der Cursillo ein Verband? Wir wollen ja die Menschen, die zu uns kommen in Bewegung bringen und nicht in das Korsett einer Verbandsstruktur zwingen. Allerdings lässt sich in einer Verbandsstruktur gesellschaftlich wohl mehr in Bewegung setzen. Hier verweise ich gerne auf den Newsletter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken: zdk.de/newsletter

Ich habe mir die Verlautbarungen eine geraume Zeit durchgelesen und kaum Unterschiede zu meinen eigenen Ansichten festgestellt. Deshalb konnte ich mich auch guten Gewissens über die Liste der geistlichen Gemeinschaften für einen Sitz im ZdK bewerben.

Doch nun wieder zur Sitzung. In einem Gespräch stellt sich die neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Frau Beate Gilles, vor und Thomas Sternberg erläutert seinen Rückzug aus dem Zentralkomitee.

Im Folgenden erfolgt die noch nie gestellte Frage an die Verbände und Gemeinschaften nach sexuellem Missbrauch und die noch nicht beantwortete Frage: Wo haben wir versagt? Wenn wir den Satz „Wir sind Kirche“ ernst nehmen, müssen sich auch die Verbände und Gemeinschaften dieser Frage stellen.

Als nächster Punkt wird der Umzug des ZdK nach Berlin zum 1.1.2022 mitgeteilt. Lediglich vier Mitarbeitende werden mitgehen, was eine ganz neue personelle Aufstellung des ZdK zur Folge hat.

In den Tagen vor der Sitzung fand bereits die Wahl der Delegierten der AGKOD in das Zentralkomitee statt. Die Einzelheiten sind wiederum dem Bericht über die Sitzung zu entnehmen:

zdk.de/newsletter/pm-neue-zdk-mitglieder-gewaehlt

Am Ende der Liste steht nunmehr mein Name, um als ein Vertreter der geistlichen Gemeinschaften deren Interessen im ZdK zu vertreten.

Beeindruckend ist weiterhin der Bericht von Johannes Norpoth aus dem Betroffenenbeirat bei der DBK. Für alle, die jetzt gerne einen Schlussstrich ziehen wollen, hat er diesen Satz: „Das Betroffen sein endet mit dem Tod des Betroffenen“. Er spricht von Co-Täterschaft und Co-Klerikalismus und erläutert das an Hand von Beispielen. Die Täterstrategie bei sexualisierter Gewalt basiert auf Planung – es ist nie ungeplant!

Es folgt der Bericht aus den Arbeitsgruppen des Synodalen Weges. Unter vielen anderen Themen bleibt mir in Erinnerung, dass die Berichterstatterin in der entsprechenden Gruppe die Feststellung der Sexualität als positive Kraft anstrebt, was wohl einer Revolution in der katholischen Kirche gleichkomme.

Die Sitzung endete mit der Aufnahme zweier weiterer Verbände in die AGKOD.

Alfred Zschau